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So übt ihr mit der Lesemappe

Die Lesemappe nimmt die Leseblätter aus der Schule und macht sie zum Mitmachen: Laute rutschen, Herzen anmalen, mit dem Flugzeug Silben anfliegen. Jedes Blatt gibt es auch als PDF zum Ausdrucken. Die Seite ersetzt das Papier nicht, sie ist eine zweite Art, dasselbe Blatt zu üben.

Kurz gesagt: jeden Tag etwa 10 Minuten · Laute statt Buchstabennamen · dasselbe Blatt eine Woche lang · erst selbst lesen, dann anhören · loben, was gelungen ist · und daneben weiter viel vorlesen.

Was die Forschung empfiehlt

  1. Laute verbinden ist das Kernstück. Kinder lernen am sichersten lesen, wenn sie die Laut-Buchstaben-Beziehungen systematisch und Schritt für Schritt lernen und sie zu Silben und Wörtern zusammenziehen („synthetisieren“). Das ist international gut belegt (National Reading Panel, 2000; Education Endowment Foundation, Teaching and Learning Toolkit „Phonics“). Genau das übt die Rutsche: „Lllooo-lllaaa“ wird zu „Lola“.
  2. Laute, nicht Buchstabennamen. „mmm“ statt „em“, „lll“ statt „el“. Mit Namen gelingt das Zusammenziehen nicht: „em-o“ ergibt kein „Mo“. Deshalb liest die Seite nie einzelne Buchstaben vor.
  3. Silben als Brücke. Im Deutschen sind Silben eine gute Leseeinheit. Farbige Silben und Silbenbögen helfen dem Auge, Klatschen oder Schwingen hilft dem Ohr. Das Leseblatt trennt deshalb „Lo la“, und die Seite färbt die Silben blau und rot.
  4. Wiederholen ist Absicht. Dass das Blatt eine Woche lang jeden Tag gelesen wird, ist kein Prüfen, sondern Training: Aus mühsamem Erlesen wird schnelles, automatisches Erkennen (Leseflüssigkeit). Wiederholtes lautes Lesen ist dafür eine der wirksamsten Methoden (Rosebrock & Nix, „Grundlagen der Lesedidaktik“). Silbenteppich und Monsterreihen sind genau dafür da. Erst genau, dann schneller, nie mit Stoppuhr.
  5. Unsinnsilben sind gewollt. „Lo lo mo“ kann man nicht raten, nur lesen. So merkt ihr, ob das Kind wirklich Laut für Laut liest oder Wörter aus dem Bild errät.
  6. Kurz und oft. Zehn Minuten täglich bringen mehr als eine Stunde am Wochenende. Lieber aufhören, solange es noch Spaß macht.
  7. Schreiben hilft beim Lesen. Wer ein Wort aus Buchstaben legt, muss die Laute heraushören und in die richtige Reihenfolge bringen. Dafür gibt es „Wörter bauen“ und die Buchstabenkarten im PDF. Magnetbuchstaben am Kühlschrank sind eine prima Ergänzung.
  8. Verstehen von Anfang an, aber passend. Lesen heißt verstehen. Am Anfang geht das nur mit Texten, die das Kind auch wirklich lesen kann („decodierbare“ Texte, nur mit bekannten Buchstaben). Deshalb hat jede Lektion eine Mini-Geschichte, in der Bilder die Wörter ersetzen, die noch nicht gehen, und Fragen, deren Antworten das Kind selbst lesen muss. Danach: nacherzählen lassen.
  9. Fehler ruhig behandeln. Nicht sofort verbessern, sondern auf den Laut zeigen: „Schau noch mal hier.“ Das Kind korrigiert selbst. Loben, was gelungen ist, und zwar konkret („Das M hast du schön lang gezogen“).
  10. Vorlesen bleibt wichtig. Selbst lesen und vorgelesen bekommen sind zwei verschiedene Dinge. Beim Vorlesen wachsen Wortschatz, Sprachgefühl und Lust auf Bücher. Am besten im Gespräch: Fragen stellen, Bilder anschauen, das Kind erzählen lassen („dialogisches Lesen“).

Weitere Anregungen – und wann sie passen

So benutzt ihr die Seite

Schrift: Andika (SIL International, SIL Open Font License), entwickelt für Leseanfänger, mit großem I ohne Querbalken wie in der Schule. Die Bilder sind eigene Zeichnungen, am Computer mit „Wachsmalstrichen“ gezeichnet.